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Gold kaufen für Krisenzeiten? Paukenschlag 25 + 26 von Egon-W. Kreutzer

http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2010/25.html

Paukenschlag Nr. 25/2010

Au-weia -Wohin mit dem Gold

Schriften über das Gold füllen ganze Bibliotheken. Im Internet nimmt die Zahl der Aufsätze ständig zu, die, während sie vor dem Wertverlust der Papierwährungen warnen, das Hohelied des Goldes singen, um damit den Run auf das Gold immer weiter anzuheizen.

Dem Kern der Botschaft kann nicht widersprochen werden. Er ist einfach, einleuchtend und wahr:
Gold ist ein (unvergänglicher) Sachwert. Problematisch sind allerdings die Ableitungen, die von dieser Wahrheit getroffen werden, um große, kleine und selbst kleinste Anleger in jenes goldene Rettungsboot zu locken, mit dessen Hilfe

sich angeblich jeder, der seine fünf Sinne beisammen hat, vor dem ganz großen Verlust in Sicherheit bringen kann. Denn sogar für Gold gilt: Es ist nicht alles gut, was glänzt.(und schon gar nicht für jeden). Für Geldanleger gibt es im Grunde nur ein einziges Motiv, sich mit Gold einzudecken – nämlich den Versuch, mit Gold sicher durch die Inflation zu kommen.

Mit Gold sicher durch die Inflation? Ich fürchte, da machen einige die Rechnung ohne den Wirt. Man muss, wenn man die Gefahren der Inflation aufzeigen und die Chancen, diese mittels Gold zu umgehen, analysieren will, damit beginnen, zwei – gedanklich oft unzulässig vermengte – Prozesse sauber auseinander zu halten, nämlich die Inflation selbst, und die ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit folgende Währungsreform.

Inflation bezeichnet ein Überangebot an Liquidität, das – wie bei einer Versteigerung – dazu führt, dass der Preis der Handelsobjekte so lange steigt, bis der Liquiditätsüberschuss annähernd abgeschöpft ist. Dabei kann sich Inflation durchaus auf Teilmärkte beschränken, während auf anderen Teilmärkten stabile Preise oder gar Deflation zu beobachten sind. Die Ursache dafür ist bei näherem Hinsehen leicht zu verstehen:

Wird eine Inflation ausgelöst, weil – wie in der Vergangenheit durchaus auch geschehen – Löhne und Gehälter stärker wachsen als das Warenangebot, wird sich die Inflation zuerst auf den Konsumentenmärkten zeigen. Lebensmittel, Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Möbel, Automobile und Reisen werden im Preis anziehen, bis Angebot und Nachfrage wieder einigermaßen im Gleichgewicht sind.

Wird eine Inflation ausgelöst, weil – wie derzeit zu beobachten – die Einkommensquellen der Reichen und Superreichen sprudeln, wird sich die Inflation primär auf den Märkten der Vermögensanlagen zeigen. Bebaute und unbebaute Grundstücke, Aktien und andere Finanzanlagen weisen Preis- bzw. Kurssteigerungen auf, die mit den erzielbaren Mieten oder Dividenden alleine überhaupt nicht zu erklären sind.

Natürlich greift die Inflation, wenn sie einigermaßen nachhaltig angelegt ist, über kurz oder lang vom Teilmarkt auf den Gesamtmarkt über. Inflation auf dem Konsumgütermarkt führt über steigende Preise automatisch zu steigenden Gewinnen, womit ein Teil der überschießenden Liquidität in den Markt der Vermögensanlagen verschoben wird und dort ebenfalls Inflation auslöst. Umgekehrt dauert es etwas länger. Die nahezu unbegrenzte Möglichkeit der Finanzwirtschaft, immer neue “Anlageprodukte” hervorzubringen, versperrt für geraume Zeit die Sicht auf die Inflation, weil der Preisanstieg dadurch verlangsamt und verschleiert wird, dass man den liquiditätsaufsaugenden Markt mit Hilfe immer neuer Produkten nicht nur in die Höhe (steigende Kurse), sondern auch in die Breite (immer mehr Anlageprodukte) wachsen lässt. Bis der Kundschaft allmählich dämmert, dass der wuchernden Vielfalt der “Geldanlagen” nur eine begrenzte Menge realer Güter gegenübersteht, ist die Liquidität von jenem Schwarzen Loch, das in letzter Zeit gerne als “die Märkte” bezeichnet wird, längst aufgesaugt.
Letztendlich wird dies aber doch erkannt. Dann schwindet die Risikofreude, die Liquidität drängt zurück in die Sachwerte und kauft beinnahe wahllos alles auf, was es noch zu kaufen gibt – und da gibt es nur drei Kategorien: Immobilien, Rohstoffe und Beteiligungen an krisenfesten Unternehmen.

Über diese Sachwertkäufe wandert, erst langsam, dann immer hektischer, die Liquidität aus der Sphäre der Finanzwirtschaft in die Sphäre der Realwirtschaft ab, bis selbst die übelste und in keiner Weise mehr nutzbare saure Wiese für Millionenbeträge pro Hektar den Eigentümer wechselt.

Mit dem Ausmalen und Detaillieren dieses Prozesses ließen sich viele Seiten füllen, aber das ist gar nicht erforderlich. Es kommt nur auf die Erkenntnis an, dass ein Liquiditätsüberschuss zu Preissteigerungen führt, die solange anhalten und um sich greifen, bis Angebot und Nachfrage wieder einigermaßen im Gleichgewicht sind.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Rolle der Banken. Weil die Banken Sicherheiten nach aktuellen Preisen bewerten, ermöglicht Inflation stets auch die Ausweitung der Kreditversorgung. Banken schieben also immer noch Liquidität nach, wodurch die inflationäre Phase verlängert und die Inflation verschärft wird.

Fallen die Banken als Liquiditätsversorger aus – wie derzeit in der sog. Bankenkrise geschehen – springen die Staaten ein, indem sie sich bei den Banken verschulden. Das Argument, das dahin führt, ist eine ebenso einfache und unreflektierte Binsenweisheit, wie die eingangs zitierte Aussage “Gold ist ein Sachwert.” Es lautet schlicht: “Nichts ist schlimmer als Deflation.”

Problematisch ist allerdings die Haltung, dabei die Augen fest vor den unumstößlichen Gesetzen der Mathematik zu verschließen und, sobald der exponentielle Charakter des Schuldenwachstums sichtbar wird, den Kopf bis zum Anschlag in den Sand zu stecken. Denn sogar für Liquidität gilt:
Es ist nicht alles gut, was wächst.

Wo genau wir uns im Prozess der Inflationsentwicklung derzeit befinden, ist kaum herauszufinden, und wenn es einer wüsste, fehlten die Begrifflichkeiten, um es verständlich zu kommunizieren. Wichtig ist die Erkenntnis:

Trotz aller scheinbar deflationären Entwicklungen auf den Konsumentenmärkten ist die Inflation im Bereich der Vermögensanlagen in Gang gekommen, obwohl die jüngst – nicht zuletzt von den Regierungen und den Zentralbanken – im Überfluss bereitgestellte Liquidität, in den Märkten noch gar nicht richtig angekommen ist. Gold kostet allerdings aktuell fast 1.300 US$ pro Feinunze. (fünf Mal so viel, wie im März 2001)

Die Vorhersagen, dass der Goldpreis noch weiter steigen wird, sind m. E. durchaus gerechtfertigt. Doch was bedeutet das? Es heißt doch nichts anderes, als dass ein gigantischer Liquiditäts-überschuss in den Markt für Sachwerte drängt und dort die Preise so weit in die Höhe treibt, bis Angebot und Nachfrage einigermaßen ausgeglichen sind. Es bedeutet, dass mit jedem Anwachsen der Inflationsangst die Menge Gold, die für eine Million US$ zu haben ist, ein Stück weiter schrumpft. Es heißt nicht, dass Gold mehr wert wird.

Wer vor gut vier Jahren Gold bei 560 US$ gekauft hat, könnte es jetzt zwar mit über 100% Gewinn für 1.300 US$ verkaufen, doch was hätte er davon? Doch wieder nur Papiergeld, das nach Anlage sucht. Daher die Erkenntnis: Gold, das gekauft wird, um damit sicher durch die Inflation zu Kommen, muss behalten werden, bis die Währungsreform erfolgt ist.

Die Gefahr ist jedoch groß, dass die Lebensumstände auf dem Weg dorthin sich so ungünstig entwickeln, dass der eine oder andere seine Goldreserve angreifen oder auflösen muss, bevor er damit über die Ziellinie kommt. Denn während das Gold im Safe liegt, steigen draußen die Preise für alles, was man braucht, und holen so die Inflation nach, die das Gold längst vorweggenommen hat. Damit wandert immer mehr Liquidität in den Konsum, wobei gleichzeitig das Angebot an Konsumgütern zurückgeht. Diese in den Konsum wandernde Liquidität, die auch durch eine wachsende Zahl von Notverkäufen von Gold in den Markt gebracht wird, drückt jetzt auf den Goldpreis. Er wird – zum Ende hin – womöglich immer noch weiter steigen, aber weit langsamer, als die übrigen Preise. Wer in dieser Situation Gold verkaufen muss, macht ein schlechtes Geschäft.

Währungsreform
Dann kommt die Währungsreform. In vorher nicht absehbaren Relationen werden alte Geldbestände und Guthaben abgewertet. Die Preise auf den Konsummärkten reagieren darauf sehr schnell, wodurch eine neue Parität zwischen Löhnen und Preisen hergestellt wird. Der Goldpreis wird in einen Abgrund stürzen.

Alle, die versucht haben, ihr Vermögen mit Gold über die Inflation zu retten, haben nach der Währungsreform nichts eiliger zu tun, als ihr Gold zu verkaufen und mit dem frischen Geld neue, rentable Geschäfte anzufangen. Dafür haben sie es schließlich über die Inflation gerettet. Die Notwendigkeit, sich mit Gold einzudecken ist jedoch auf lange Zeit nicht gegeben. Was an Gold in den Markt geworfen wurde, ist viel zu viel, um von Zahnärzten, Schmuckfabrikanten und der Elektronik-Industrie abgenommen zu werden.

Damit wird sich herausstellen, dass Gold (auch) diesmal eine rein spekulative Anlage war, bei der aber nur das Kalkül der Verkäufer aufgegangen ist. Die Goldanbieter haben sich – über die ganze Phase der Inflation hinweg – in ständig steigendem Maße Liquidität verschafft, weil der Preisanstieg für Gold das Wachstum der Inflation auf den übrigen Warenmärkten deutlich überstieg.

Es ist anzunehmen, dass die Goldanbieter über die ganze Inflationsphase hinweg die Einnahmen aus den Goldverkäufen besser angelegt haben als die Goldkäufer. Sonst hätten sie ihr Gold schließlich auch behalten können.

Schlussfolgerung:
Gold ist nur solange eine sichere Option, wie es einfach als “Schatz” im Safe der Multimilllionäre und Milliardäre liegt und nie angegriffen werden muss. Als Sicherheit für Kredite kann es nützlich sein – zur Kaufkraftrettung im weit fortgeschrittenen Stadium einer inflationären Krise kann ich es weder Normalverbrauchern noch den sog. Besserverdienern unterhalb der Vorstandsetagen empfehlen. Schon gar nicht, wenn es sich bei der angebotenen Anlage nicht um physisches Gold, sondern um Minenaktien, Gold-Zertifikate oder noch windigere, am Goldpreis orientierte Finanzprodukte handelt.

Was dann? Die Empfehlung für Menschen, deren Geldvermögen nach heutigem Stand deutlich unter einer Million Euro liegt, sind eigentlich sehr leicht zu formulieren. Alle Maßnahmen sollten primär darauf angelegt sein, die kritische, chaotische Phase zu überstehen. Die kritische Phase beginnt ungefähr dann, wenn die Inflation die 20-%-Marke übersprungen hat, und sie endet, wenn die Arbeitslosigkeit nach der Währungsreform wieder unter 10% gefallen ist.

Während dieser chaotischen Phase wird der Wertverlust des Geldes ganz massiv an den noch vorhandenen Geldbeständen nagen. Daher sind alle Maßnahmen nützlich, die einen Beitrag dazu leisten, den Geldbedarf während der kritischen Phase zu reduzieren. Die konkreten Möglichkeiten sehen für jeden anders aus. Mit dem Nachdenken sollte jedoch jeder baldmöglichst beginnen. Das gilt es zu bedenken:

1. Gesundheit
Absehbar notwendige, teure Reparaturen am Gebiss oder andere, selbst zu finanzierende Eingriffe sollte man vornehmen lassen, solange sie noch bezahlbar sind. Wer als chronisch Kranker bestimmte Medikamente benötigt, sollte versuchen, sich – in Abhängigkeit von der Haltbarkeit – einen Vorrat anzulegen.

2. Persönliche Ausrüstung
Sicher, fast jeder von uns hat genug im Schrank, um sich für viele unterschiedliche Gelegenheiten zu kostümieren, aber hat auch jeder das im Schrank, was er unter ungünstigen Umständen wirklich braucht? Wir werden alle für einige Zeit wieder viel zu Fuß gehen müssen. Wohl dem, der da wenigstens über festes Schuhwerk verfügt…

3. Wohnen zur Miete
Mieten sind teuer. Die Regelungen zum Mieterschutz werden die Erhöhung der Raummieten jedoch für eine ganze Zeit eindämmen – die Nebenkosten werden allerdings ungebremst in die Höhe schießen. Einen Teil davon können Sie selbst beeinflussen. Prüfen Sie vor allem, wie hoch bei Ihnen heute die Heizkosten pro m² und Monat sind. Prüfen Sie, was Sie tun können, um den Heizenergiebedarf zu senken – und falls Sie eine neue Wohnung suchen, dann achten Sie besonders auf die Energiebilanz. Die könnte in Zukunft wichtiger sein als die Kaltmiete. Prüfen Sie auch Ihren Stromverbrauch und rüsten Sie ggfs. alte Stromfresser (Kühlschrank, Waschmaschine, Spülmaschine) um.

in der Eigentumswohnung hier gilt das Gleiche wie in der Mietwohnung, allerdings können Sie über die Eigentümerversammlung Einfluss nehmen, wenn über energiesparende Maßnahmen für das Gebäude abgestimmt wird. Nutzen Sie diese Chance. Wer heute 100.000 Euro in der Rücklage hat, und die nicht nutzt, um die Heizung zu erneuern, die Fassade zu dämmen, oder ähnliches, wird es in ein paar Jahren bitter bereuen. Auch wenn Ihre Wohnung vermietet ist, erhöht sich die Chance, dass sie vermietet bleibt und noch ein paar Euro einbringt, wenn die Nebenkosten für den Mieter niedrig gehalten werden.

im eigenen Haus besser als in der Eigentümergemeinschaft können Sie als Hauseigentümer Vorsorge treffen. Stecken Sie Ihr Geld lieber sinnvoll in die eigenen vier Wände, als in irgendwelche anderen Anlageformen. So lange Sie mietfrei wohnen und in der kritischen Phase nicht dringende Reparaturen anfallen, haben Sie erhebliche Vorteile. Denken Sie auch darüber nach, ob Sie nicht ein Stück des Rasens in einen Nutzgarten umwandeln könnten – und falls Sie das für eine gute Idee halten, dann sollten Sie bald damit anfangen, denn es ist noch kein Gärtner vom Himmel gefallen.

4. Mobilität
Natürlich sollte auch Ihr Auto gut in Schuss sein, und möglichst mit weniger als 6 Litern auf hundert Kilometer auskommen – es ist allerdings zu befürchten, dass der Sprit rationiert wird.
Für den echten Notfall sollte da ein Reservekanister gebunkert werden – aber bitte nur so viel, wie auch tatsächlich im Haus, in der Garage oder im Kofferraum gelagert werden darf.
Für die heiße chaotische Phase ist ein ordentliches Fahrrad jedoch wichtiger. Nicht so ein reines Sportgerät, sondern ein ordentliches Rad, dass auch einmal über holprige Wege bewegt werden kann und geeignet ist, neben dem Fahrer noch umfangreiche Nutzlast zu transportieren.

5. Immer noch Geld übrig?
Dann legen Sie Vorräte an. Haltbare Lebensmittel – und alles was man immer wieder braucht.
Vom Wundpflaster bis zur Taschenlampenbatterie. Von der Zahncreme bis zum Alleskleber.
Und selbst wenn Sie nur zwei linke Hände haben, eine vernünftig bestückte Werkzeugkiste kann nicht schaden.

Gut, nun haben Sie immer noch 20.000 auf dem Sparkonto, 70.000 bringt die bevorstehende Auszahlung der Lebensversicherung, 150.000 liegen in Festverzinslichen und weitere 100.000 in Aktien und Fondsanteilen im Depot…Da wird es schwierig.

Das Sparkonto und die Festverzinslichen muss man nicht unbedingt abbauen. Natürlich werden Sparkonto und festverzinsliche Wertpapiere im Zuge einer Währungsreform abgewertet. Das heißt aber nicht, dass die Kaufkraft nach der Abwertung wesentlich geringer sein muss als heute – die Preise werden nach einem Währungsschnitt schließlich ebenfalls fallen. Das ist doch klar. Wichtig ist nur, dass Sie diese Reserven während der kritischen Phase nicht angreifen oder aufbrauchen müssen. Daher die Empfehlungen, die während der kritischen Phase zu erwartenden Kosten schon heute durch vorsorgliches Handeln so weit als möglich zu senken.

Aktien und andere Beteiligungen muss man kritisch analysieren. Bei Aktien und anderen Beteiligungen kommt es darauf an, ob die dahinterstehenden Unternehmen vom Produkt und von der Geschäftslage her gute Aussichten haben, eine Krise einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Dann kann eine gut ausgewählte Aktie sich als hervorragende Anlage zur Überwindung der Inflation darstellen.

Generell meine ich, dass eine Beteiligung an Unternehmen umso besser ist, je mehr direkten Einfluss man selbst auf die Nutzung hat. Haben Sie ein eigenes Unternehmen, das die Krise überstehen wird – dann investieren Sie jetzt. Haben Sie einen Freund, der einen Stillen Teilhaber sucht? Prüfen Sie das Geschäft auf Herz und Nieren – und wenn alles stimmt, steigen Sie ein.

Reicht das Geld für eine Immobilie, dann kann auch das die gute Lösung sein. Es kommt auf die Lage an, heißt es, und das stimmt. Aber nehmen Sie keinen Kredit auf, dafür. Sollten Sie die Zinsen nämlich nicht mehr zahlen können, ist das schöne Grundstück blitzschnell futsch.

..und sollten Sie ein Grundstück gefunden haben, und immer noch Geld übrig, dann können Sie auch noch einen kleinen Barren Gold kaufen -und ihn auf dem eigenen Grundstück unter dem stärksten Ast eines markanten Baumes vergraben. Ihr Gold wird dort weder verrosten noch verfaulen. Es wird in zwanzig, in hundert, in tausend Jahren immer noch genauso glänzen, wie an dem Tag, an dem Sie es gekauft haben -und eines fernen Tages wird es auch wieder einen Kurs haben, der Ihnen beim Verkauf zu der gleichen Kaufkraft verhilft, wie am Tag, als Sie es kauften.
Doch dann sollten Sie es auf keinen Fall verkaufen – dann wird es Ihnen nämlich wieder helfen, der Inflation zu entgehen.

Die Zusammenfassung des Chemielehrers: Au, Au, Au-weia!

Reaktionen auf diesen Paukenschlag
Au weia – das war wieder einmal ein Aufreger! Am ersten Tag über 3.500 Seitenaufrufe und knapp 100 Links, die auf den Artikel verlinken. Doch die Reaktionen zeigen, dass die Meinungen über das Gold doch immer noch sehr weit auseinandergehen. Vielen Kommentatoren habe ich direkt geantwortet, was dabei zur Sprache kam, werde ich später noch einmal zusammenfassen und veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
als treuer Leser Ihres Weblogs, der Paukenschläge und Ihrer Bücher möchte ich Ihnen von dieser Stelle aus zuerst einmal für Ihre Arbeit danken. Zu Ihrem Paukenschlag über das Gold möchte ich gerne noch einen Aspekt anführen, den ich doch für sehr wichtig erachte, und zwar die Verwendung von Gold als Tauschmittel am Schwarzmarkt. In diesem Fall dient das Gold zwar nicht dazu, das Vermögen zu retten, aber möglicherweise rettet es das Leben. Ich glaube, dass diese Überlegung für viele der so genannten „kleinen Leute“ ein Grund ist, Geld in Gold – vornehmlich in Münzen – anzulegen.

Meine Eltern erzählen bis heute unter großen Emotionen von den Ausflügen auf das Land um Gold gegen Brot zu tauschen. In dieser Zeit wurde offensichtlich so mancher Grundstock für ein bäuerliches Vermögen gelegt. So teuer war ein Kilogramm Mehl wohl nie. Mir scheint, dass es viele Menschen gibt, die diese Zeit nicht vergessen haben. Das ist für mich eine Erklärung, warum hier in Österreich die Goldmünze „Philharmoniker“ derzeit so gefragt ist – vor allem die kleinen Varianten. Hier geht es nicht darum, Vermögen vor der Inflation zu schützen sondern eine letzte „eiserne“ Reserve zu schaffen und deswegen haben rationelle Betrachtungen über die momentane und zukünftige Preisentwicklung von Gold in diesen Fällen nur geringen Platz in den Überlegungen der Menschen.

Ihren Rat, Rasen in Gemüsebeete zu verwandeln, finde ich gut. Wenn ich mich hier auf dem Land umsehe habe ich den Eindruck, dass das bereits geschieht. Gemüsegärten erleben eine Renaissance, und das hat sicher auch mit der Krisenstimmung zu tun. Was ich dazu in Ihrem Artikel vermisse ist ein Hinweis, dass man auch Vorkehrungen treffen muss, diesen Besitz zu schützen. Wenn die Massen nach Ihrem Brot rufen werden Sie Ihre Karotten verteidigen müssen. Ich sehe ein großes Problem darin, dass wir in einer Gesellschaft leben die Probleme mit der Solidarität hat und in der auch Konfliktlösung nicht gerade zu den ständigen Übungen gehört. Das wird Auswirkungen haben, wenn es zu Unruhen kommt, zumal eine Generation herangewachsen ist, die ihre Bedürfnisse häufig durch das Öffnen einer Packung befriedigt. Und viele dieser Leute haben in ihren Videospielen gelernt, dass man sich nötigenfalls alles nimmt, was man braucht.

Nicht zuletzt besteht auch noch die Gefahr, dass der Staat ihren vorsorglich angelegten Vorrat plündert. Die Geschichte zeigt, dass das noch in jeder Krise passiert ist. Der Staat zieht die Ressourcen zur besonderen Verwendung ein. Ich bezweifle, dass das immer zum Wohl des Volkes geschieht. Auch hier ist Widerstand zu erwarten; aber da werden dann jene Maßnahmen zum Tragen kommen, die in weiser Voraussicht schon seit Jahren eingeleitet worden sind: Mit dem Argument der Sicherheit demontiert man seit Jahren unsere Bürgerrechte. „Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten“, heißt das. Somit wurden aber jene rechtlichen Voraussetzungen geschaffen mit denen ein murrendes Volk unter Kontrolle gehalten werden kann. Das beginnt bei der Bespitzelung und endet bei der vorsorglichen Entwaffnung von Privatpersonen. Eskaliert die Krise, werden wir das schmerzhaft zu spüren bekommen.

Ich wünsche uns allen, dass es nicht dazu kommt. Beobachtet man, was geschieht, und wie trotz der offensichtlichen Schäden Fehler wiederholt werden und ungeniert abkassiert wird, wie Reformen im Keim erstickt werden und Menschen einfach für blöd verkauft werden, dann hat man seine Zweifel. Ihnen, Herr Kreutzer, danke ich für Ihr unaufhörliches Rufen und Aufzeigen. Beginnen die Menschen, die Verantwortung zu übernehmen, dann haben wir alle eine Chance.
Schöne Grüße aus Wien!

Hallo Herr Kreutzer, vielleicht sollten Sie Ihren Lesern mitteilen, dass im Zuge einer Währungsreform auch Immobilienbesitz “besteuert” wird. Der “Staat” wird sich natürlich an den sogennanten Gewinnlern schadlos halten und ihnen eine Zwangshypothek aufs Auge drücken. So geschehen nach dem letzen Weltkrieg und als Lastenausgleich beschönigt.  Gold und Silber hat seit fünftausend Jahren weder an innerem noch an äußerem Wert verloren. Es sollte allerdings als Wertanlage und nicht als Spekulationsobjekt gesehen werden. Falls mann im Laufe seines (Arbeits)lebens einige buntbetruckte Scheine übrig hat, wäre es sicherlich sinnvoll, diese in Edelmetall zu investieren. Die nachfolgenden Generationen werden es hoffentlich sinnvoll zu nutzen wissen. Mit freundlichen Grüßen

Hallo,  ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema Zins/Zinseszins und bin dabei auf Ihre Seite gestoßen. Was ich aber bei Ihrem jetzigen Artikel nicht verstehe ist, dass Gold die schlechtere Anlage sein soll. Wenn man z.B. von 100.000 € ausgeht, die nicht gebracht werden. Dann haben Sie einmal Gold zu 650 $ gekauft oder den Betrag als Festgeld angelegt. Bei Gold hätte man jetzt ca. das Doppelte, mit Festgeld der letzten Jahre aber sehr viel weniger. Gehe ich dann von einer kommenden Infla von 20 % aus, steigt doch normalerweise der Goldpreis schneller als die Zinsen. Die Zinsen hinken doch meist hinterher.

Wenn Sie schreiben, das Festgeld bei einer Währungsreform die bessere Wahl ist und der Goldverkauf schlecht sein soll, dann verstehe ich das nicht? Wenn man doch sein Gold während der hohen Infla in Geld tauscht und fest anlegt, dann hat man doch mehr davon, als wenn man ein Festgeldkonto durch die Infla schleppt? Oder habe ich etwas falsch verstanden? Soll ein festverzinsliches Konto oder eine Lebensversicherung jetzt besser sein als ein Goldkauf?

Über Immos und die Vorräte, sowie der vielerorts empfohlene Bunker schreibe ich erst einmal nichts. Nur zur Anregung mal, was macht der Staat wenn so eine Infla kommen sollte und er immer mehr Geld aus den Menschen rauspressen muss, doch erst an die Immobilienbesitzer gehen, weil da noch was zu holen ist. Die Immos sollte man, wenn überhaupt, wohl erst während der Infla kaufen, m.M. nach. Wenn man überhaupt noch Geld über hat. Aber sich vorher schon auspressen lassen?

Hallo Herr Kreutzer,
sie haben da ein paar interessante Ansichten danieder geschrieben. Doch:„Alle, die versucht haben, ihr Vermögen mit Gold über die Inflation zu retten, haben nach der Währungsreform nichts eiliger zu tun, als ihr Gold zu verkaufen und mit dem frischen Geld neue, rentable Geschäfte anzufangen. Dafür haben sie es schließlich über die Inflation gerettet.“

Dies ist nur dann der Fall, wenn das Geld nicht weiter inflationiert. Eine reine Währungsreform ist kein Garant dafür, dass das Geld danach werthaltig ist. Dies wäre nur dann der Fall, wenn auch strukturelle Probleme Gelöst würden und ein hohes Vertrauen privat als auch an den Geldmärkten bestünde. Sehr wahrscheinlich ist der Fall, dass erst mal das Gold direkt in Realgüter getauscht wird, so auch wie in den 20/30iger Jahren. Erst wenn sich danach die Inflationsraterate stabilisiert, tauscht man alles Gold wieder in Geld. Aber wieso in Fiat-Money tauschen, wenn doch Gold das viiiiiieeeel wahrere Geld ist. Ich denke es gäbe genügend Verkäufer, die gegen Gold wertvolle Realgüter tauschen würden, sogar en masse.

„Damit wird sich herausstellen, dass Gold (auch) diesmal eine rein spekulative Anlage war, bei der aber nur das Kalkül der Verkäufer aufgegangen ist. Die Goldanbieter haben sich – über die ganze Phase der Inflation hinweg – in ständig steigendem Maße Liquidität verschafft, weil der Preisanstieg für Gold das Wachstum der Inflation auf den übrigen Warenmärkten deutlich überstieg.“

Spekulativ ist richtig für den Spekulanten, für den langfristig orientierten Gold-Investor eher nicht. Der Goldverkäufer sitzt nun auf wertlosen Fiat-Money Papierschnipseln, die verbrannt mehr Mehrwert haben als noch physisch existent. Sie müssen hier unterscheiden zw. demjenigen, der mit Gold handelt und dem Dummen, der sein priv. Gold (kann auch eine jur. Person sein) verkauft hat. Der mit Gold handelt, wird wohl, wenn er clever ist, auch vorher in Realgüter geschichtet haben. Der Privatverkäufer wird wohl Verlust machen, wenn er nicht in lukrativere Investments nach Realinflation und Steuern etc. geht und diese dann wieder umschichtet in Realgüter.Dies gilt aber nur bis zur Währungsreform. Danach ist fast nahezu alles Geld futsch.
„Es ist anzunehmen, dass die Goldanbieter über die ganze Inflationsphase hinweg die Einnahmen aus den Goldverkäufen besser angelegt haben als die Goldkäufer.“ Die ergibt keinen Sinn. Wenn alles Geld nahezu weginflationiert, wird Gold explodieren, da Fiat-Money kein inneren Wert hat. Der Goldverkäufer wird den Tag herbeisehnen, als er sein Gold verkauft hat, um dies wieder rückgängig zu machen.

Der Goldbesitzer ist nun König, da das Papiergeld kein Wert mehr hat und er alles bekommt wofür andere „Trilliarden“ zahlen müssen und dafür auch noch hart arbeiten müssen. Sie sind das, was sie vorher schon waren: Arbeitsklaven!!!  „Sonst hätten sie ihr Gold schließlich auch behalten können.“

RICHTIG. Dies tut der Anleger in Gold, oder der, der ruhig schlafen will. Der Gold-Spekulant verkauft, wenn sich die Indizien häufen, dass das Vertrauen in das Geld wieder gefestigt hat. Aber eher wird wohl direkt getauscht.

Gold ist eher als Langfristinvestment zu sehen. Solange Fiat-Währungen existieren, wird Gold immer gewinnen. Gucken sie sich die Performance seit den 70igern unter Berücksichtigung der Realinflation gegn eine Fiatwährung an.Viele Grüsse

Tja, es ist wie immer im Leben, wer zu spät kommt, den bestraft selbiges. Sicherlich haben Sie völlig recht, haben wir nach einem Crash wieder normale Verhältnisse, wird Gold in seiner Kaufkraft abwerten. Wer aber solange wartet, hat nicht begriffen was Gold und auch Silber ist, nämlich Geld seit über 3000 Jahren, darauf hat sich die Menschheit geeinigt und das wird ein paar Jahrzehnte Manipulation nicht neutralisieren. Selbstverständlich investiert man(n) das am Höhepunkt der Krise und tauscht es in andere Sachwerte.

Dazu dient es ja gerade, in schlechten Zeiten kauft Gold alles! So sagte meine Oma immer, nach 2 Weltkriegen und der daraus resultierenden Erfahrung wird sie so falsch nicht gelegen haben. Sie sollten sich keinen Illusionen hingeben, Gold und Silber waren, sind und werden auch in absehbarer Zukunft der Wertmaßstab in schweren existenziellen Krisen sein. Die Decke der Zivilisation ist nur wenige Zehntelmillimeter dick und wird an eine bestimmten Belastungsgrenze reißen, sämtliche Wertemaßstäbe werden sich dann innert kürzester Zeit ändern. Erst kommt das Fressen und dann die Moral. Selbstverständlich ist auch auf allen anderen Gebieten Vorsorge zu treffen!!!   Ich lese Ihre Paukenschläge wirklich immer gerne!!!

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
vielen Dank für diesen Paukenschlag mit abschließender ironischer Pointe, der auf den Punkt bringt, dass die Wertlosigkeit des Goldes auf seiner Wertbeständigkeit basiert. Einen wichtigen Tipp haben sie vergessen: Das soziale “Kapital” bewahren und ausbauen: Familie, Nachbarn, Freunde (ECHTE Freunde, die einem ohne Wenn und Aber in Not beistehen; alle anderen sind nur Bekannte, “Freunde” bei Facebook oder echt falsche Freunde).

Schlecht beraten sind diejenigen, die meinen, die Ehe scheiden zu lassen, die gegen das vierte Gebot verstoßen, die Kontakte zu Freunden vernachlässigen, die sich fern der Heimat begeben, um Karriere zu machen, die jetzt den Augenblick gekommen sehen, einen Nachbarschaftskrieg vom Maschendrahtzaun zu brechen…

Der Rummel ums Gold schwimmt trittbrettfahrerisch auf der Esoterik-Welle mit, z. B. erkennbar daran, dass viele der Bücher, die zu Gold raten oder vor dem Staatsbankrott warnen, im Kopp-Verlag erscheinen, der auch Bücher über Esoterik, UFOs, Illuminaten-9/11-Verschwörungstheorien und anderen Aberglauben herausbringt. Auch erkennbar an personifizierenden Aussagen, wie “Gold ist ehrlich, Papiergeld lügt”. Dass mit Gold, auch physischem, sehr wohl betrogen wird, wird dem Laienpublikum natürlich nicht verraten. Archimedes lässt grüßen…
Hin und wieder ein Stoßgebet fördert zwar nicht die Beziehung zur Chefetage, aber die Richtung stimmt, um eine bestimmte Art von Kontakt zu pflegen. “Gott war gar nicht so schlecht”, schrieben Sie einmal. Ja, der Glaube an ihn, ist zweifelsohne besser als der Glaube an Mammon, obskure Metalle und Steine mit magischer Aura.

Hallo Herr Kreutzer,
mal ein Artikel, der gegen den Gold-Ankauf für Menschen unter der Vorstandsebene spricht. :)
Soweit kann ich das auch alles nachvollziehen, aber dennoch bleiben da eine Frage.
Sie sagen selber, der Goldpreis wird aufgrund des Drangs in Sachwerte zu investieren exorbitant steigen und nach der Währungsreform wieder fallen, daher lohne sich der Kauf von Gold nicht. Dass bedeutet aber, dass der Goldpreis (da selbe müsste ja auch für Silber gelten) innerhalb kürzester Zeit soviel an Wert verlieren müsste, wie er in der längeren Zeit der Inflation (und auch kurz davor) angestiegen ist. Das halte ich für etwas seltsam, oder können Sie mir dieses bitte genauer erklären? Mit freundlichen Grüßen

….und zu Ihrem neusten Paukenschlag hier die Weissagungen der Gegenseite!
Will man uns darauf vorbereiten, dass mit einer evtl. Wiedereinführung der DM
dem Bürger schon wieder die Hälfte seiner Vermögenswerte gestohlen werden?
1€ nun nur noch 0,50 DM wert?
Na, das wäre ja ein Geschäft für die Taschenspieler der Börse in NY.
Ich bin einmal gespannt, wie der nächste Raubzug enden wird. Viele Grüße

Lieber Mann,
ich dachte bisher immer beim Lesen ihrer Schriften, das sie wahrheitsgemäß und systemkritisch fundierte Berichte und Analysen liefern….

…und jetzt kommt genau die selbe Systemkonformität zum Vorschein, wie bei den Mainstreammedien – natürlich um einige wahre kritische Äußerungen aufgepeppt, die Sie wohl ihrem “Ruf” schuldig waren, die aber wohl nur angesetzt sind, um eben die wichtigste Aussage, nämlich daß Goldkauf eben “kein Ausweg” sein kann, zu untermauern und ihr einen Touch von Wahrheit zu verleihen…Von Ihnen hätte ich solches nie erwartet!!!

Müssen Sie jetzt etwa auf irgendwelche Bonzen Rücksicht nehmen??? Wird die Entwicklung auch für die Verursacher der Krisen jetzt unangenehm, das Sie mit ihrem (noch) zweifellos vorhandenen Renommee jetzt auch solche Dinge schreiben???

Und wenn Sie schon einräumen, das der Goldpreis noch weiter steigt – ja, warum sollten denn dann die Leute nicht diesen Rettungsanker nutzen, selbst, wenn die Geldwerte beim Wiederverkauf geringer wären…. durch den Mehrerlös des im Preis gestiegenen Goldes hätte man sich ja in gewissem Maße geschützt, durch die angemessene Kapitalvermehrung….

Stattdesssen blasen Sie jetzt die Schalmei der Oberen, die vor nichts mehr Angst haben, als das das Volk aufwacht und nur noch wertgedeckte Anlagen akzeptiert, egal, was die Lumpen da oben an faulen Versprechungen von sich geben! Schade! Von Ihnen hätte man mehr erwarten können……
Grüße,

Paukenschlag Nr. 26-2010

Problematisches Goldverständnis

Mit dem letzten Paukenschlag (25 /2010 – Au weia – Wohin mit dem Gold) habe ich versucht zu erklären, für wen Gold eine sinnvolle Geldanlage darstellen kann – und für wen nicht.
Und weil ich weniger für Millionäre und Milliardäre schreibe, sondern vorzugsweise für Menschen, deren Geldvermögen deutlich unterhalb der 1-Million-Marke zu finden ist, ist die Antwort auf die Frage, ob es sinnvoll sei, jetzt Gold zu kaufen, recht negativ ausgefallen.

Mit dieser Einleitung will ich nun nicht zurückrudern, ganz bestimmt nicht. Ich möchte jedoch diejenigen einladen, noch einmal mitzudenken, deren Goldverständnis sie bewegt, unabhängig von den Umständen des Einzelfalles unbedingt zur Anlage in Gold zu raten, um – ebenfalls unabhängig von den Umständen des Einzelfalles – drohende Verluste zu vermeiden.

Lassen Sie es mich mit einem Satz auf den Punkt bringen: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Es gibt auf dieser Welt mehrere Milliarden Menschen, die von der Hand in den Mund leben und kaum mehr besitzen, als das, was sie auf dem Leib tragen. Komme mir jetzt keiner mit der Wellblechhütte im Slum – die wird bei Bedarf von jeder Regierung einfach mit der Planierraupe weggeschoben. Diese Menschen haben weder Geld noch Gold.

Wer ein bisschen mehr hat – und dazu gehört schon, wer einen Anspruch auf eine regelmäßige Zahlung von Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Rente hat und vielleicht ein kleines Sparbuch für Notfälle angelegt hat. Diese Menschen haben etwas zu verlieren, nämlich die Grundlage ihres halbwegs gesicherten Lebensunterhalts. Diese Menschen müssen in der Inflation sehen, wie sie mit ihrem bisschen Geld zurechtkommen. Sie werden die ersten sein, die ihr Gold, wenn sie denn irgendwann unter großem Verzicht ein paar Gramm zusammenspart haben, weit unter Wert abgeben (müssen). Kaum einer aus dieser Gruppe wird es schaffen, mit dem Gold über die Ziellinie “Währungsreform” zu kommen.

Der sogenannte Mittelstand, Menschen mit Einkommen, von denen man leben kann, hat in Deutschland die Chance, zwischen dem Einstieg ins Berufsleben und dem Rentenbeginn ein paar Euro auf die Seite zu legen, der eine vielleicht nur ein paar Zehntausend, der andere einige Hunderttausend.

Ist es für diese Menschen sinnvoll, jetzt Gold zu kaufen? Diese Frage beanworte ich mit einem klaren Nein – und 10+1 Begründungen

1. Gold ist kein Geld – und damit unpraktisch.
Man kann mit Gold nicht bezahlen, man kann Gold nur gegen etwas anderes tauschen. Für den Privatmann ist Gold schwer zu “portionieren” – und es fällt ihm schwer, die Echtheit eines Goldbarren zu beweisen.
Wer Gold hortet, um in der Not über einen praktischen, leicht und unauffällig transportierbaren Geldersatz zu verfügen, wird daher feststellen, dass ihm daraus viele praktische Probleme erwachsen, die allesamt dazu führen, dass er sehr viel weniger für sein Gold bekommt, als es der jeweilige “offizielle” Umtauschkurs erwarten ließe.

2.  Gold ist Spekulationsobjekt – und damit von fremden Zielen abhängig.

Der Preis für das Gold wird derzeit nur in geringem Maße vom Bedarf an Gold bestimmt, der im wesentlichen von Juwelieren, Uhrmachern, Zahnärzten und der Elektronik-Industrie ausgelöst wird, sondern ganz überwiegend von einer rein spekulativen Nachfrage.

Dass diese spekulative Nachfrage auf der Annahme beruht, Gold sei vor Inflation geschützt, bzw. Gold böte einen Schutz vor Inflation, ist ein Widerspruch in sich selbst. Steigende Goldpreise sind kein Indiz für einen substantiellen Wertanstieg, sie sind lediglich ein Indiz für eine steigende Nachfrage bei einem Überangebot von Geld. Die Parallelen zur holländischen Tulpenzwiebel-Hausse sollten jedermann auffallen. Geht das Überangebot an Geld, das verzweifelt nach Anlage sucht, zurück (z.B. infolge einer Währungsreform), fällt der Preis wieder, und das viel schneller als er gestiegen ist. Tulipmania

3.  Gold ist Inflationsindikator – aber nicht inflationsresistent.

Weil Gold kein Geld ist, glauben viele, ihr Geld durch die Umwandlung in Gold sicher durch die Inflation bringen zu können. Dahinter steckt die Überlegung, ein kg Gold bliebe immer ein kg Gold, und sein Preis drücke lediglich die Kaufkraft des Geldes aus. Dieser Überlegung fehlt jedoch ein wichtiges Element, nämlich die Frage, welche Kaufkraft eingesetzt werden musste, um das Gold einzukaufen, und welche Kaufkraft bei seinem Verkauf zurückgewonnen werden kann. Gold haben, um Gold zu haben, ist schließlich noch lange keine Anti-Inflationsstrategie, sondern nur der Ausdruck kindlicher Freude an glänzenden Dingen.

Gold nimmt im Preis die Inflation vorweg. Der Goldpreis ist seit 2001 um rund 400% gestiegen und hat damit die “normale” Inflation um etwa das Zehnfache überholt. Wer jetzt Gold kauft, entwertet sein Geld aus eigenem Entschluss selbst noch einmal viel kräftiger als es die allgemeine Inflation schon entwertet hat.So herum muss man das denken!

4.Gold ist nicht essbar – und damit eine schlechte Schwarzmarktwährung.
Die rührenden Geschichten, die uns erzählen, wie es in der Weltwirtschaftskrise und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gelungen ist, sich mit Hilfe eines kleinen Goldschatzes zu ernähren, ja sogar lebenswichtige Medikamente zu verschaffen, sind zwar sicherlich wahr, haben aber einen kleinen Nachteil: Sie erzählen nicht, womit auf dem Schwarzmarkt und bei den Hamstergängen ganz überwiegend – und mit dem gleichen positiven Effekt – tatsächlich bezahlt wurde.

Von den sogenannten “Schiebern” abgesehen, die allgemein verhasst waren, und den aus der Not entstandenen Schwarzmarkt nutzten, um sich mit ihren Schiebereien möglichst viel unter den Nagel zu reißen, war der Schwarzmarkt nämlich eigentlich eine Tauschbörse, bei der jeder versuchte, das was er selbst nicht oder nicht ganz so dringend brauchte, gegen etwas zu tauschen, was ihm dringend fehlte. Da ging man mit Geschirr und Besteck, mit Gardinenstoff und Schusterleim los, um mit Kartoffeln, Speck, ein paar Stricknadeln und zwei Rollen Verdunkelungspapier wieder nach Hause zu kommen – und zum Ausgleich von Wertdifferenzen waren Zigaretten das passende “Kleingeld”.

Gold war und ist auf dem Schwarzmarkt ein Fremdkörper. Man ist es losgeworden, natürlich, gar keine Frage. Eine Gans für einen Klumpen Gold, wie weiland bei Hans im Glück…

5. Inflation ist ein Prozess, kein Ereignis – Geld verliert allmählich an Wert, Gold legt zu schnell zu. Der Wertverlust des Geldes, der durch ein Überangebot an Liquidität erzeugt wird, ist ein schleichender Prozess, der sich mit wechselnden Geschwindigkeiten vollzieht. Der unausweichliche Effekt der Inflation ist die beschleunigte Entschuldung. Alte Schulden, für die Geld hoher Kaufkraft ausgezahlt wurde, werden mit Geld niedriger Kaufkraft getilgt.

Während die Einkommen mit der Inflation wachsen, wachsen Geldvermögen nur mit dem vereinbarten Zinssatz. Überholt die Inflation die Guthabenzinsen, werden Geldvermögen (übrigens auch Rentenansprüche) entwertet.

Über die Dauer der Inflation werden in der Regel die ältesten Guthaben am stärksten entwertet, während den jüngsten Guthaben die bei ihrem Erwerb vorhandene Kaufkraft noch weitgehend innewohnt.

Sinnvoll ist es daher, sobald die Inflation die Guthabenzinsen erkennbar und nachhaltig übersteigt, alle Einkünfte und Ersparnisse möglichst zeitnah und nützlich, wenn möglich kostensparend, zu verwenden. Werden Sachwerte erworben, sollte die Wahl auf solche fallen, die – bei dauerhafter Verwertbarkeit – die geringste Preissteigerung durchlaufen haben.

6. Währungsreform ist ein Ereignis, kein Prozess – Geld hat plötzlich wieder einen Wert – Gold verliert ihn rapide. ist das Inflationsziel erreicht, sind also die lästigen Schulden mit Hilfe der Druckerpresse weitgehend getilgt, ist es erforderlich, neues Vertrauen in das Geld zu schaffen. Das gelingt regelmäßig mit einer Währungsreform, bei der im erforderlichen Umfang “Nullen” auf Konten, Banknoten und Preisschildern gestrichen werden – und mit dem notwendigen Aufwand an psychologisch ausgeklügelten Sprüchen der Eindruck vermittelt wird, dass dieser wunderbare Zustand nun für alle Ewigkeit Bestand haben werde.

Die in einem Augenblick vollzogene Verkürzung der nominalen Guthaben und Preise sieht zwar schrecklich aus. Wer statt 100.000 alter Euro plötzlich nur noch 10.000 neue Euro auf dem Konto hat, fühlt sich leicht um 90.000 Euro betrogen, doch wenn gleichzeitig der Preis für einen Hektar Ackerland von 100.000 auf 10.000 Euro, der Preis für einen Konfektionsanzug von 5.000 auf 500 Euro und der Preis für den Liter Dieselöl von 15 Euro auf 1,50 Euro fällt, stellt sich heraus, dass die Währungsreform am Ende doch nur das Streichen überflüssiger Nullen darstellt – den finalen Schlussstrich unter die Inflation.

Es kommt also darauf an, die Inflation zu überstehen, denn so, wie man am Abend vor der Währungsreform dasteht, wird man – in etwa – auch am Morgen danach dastehen. Mit dem kleinen Unterschied, dass dann die Läden wieder voll sind, weil das Vertrauen in die Wertbeständigkeit des Geldes wiederkehrt.

7. Deutschland ist ein geldpolitischer Kastrat – und hat auf die weltweite Inflationsentwicklung kaum Einfluss. Während andere Staaten, allen voran die USA, über die Möglichkeit verfügen, durch Anwerfen der Druckerpresse die zur beschleunigten Entschuldung erforderliche Inflation selbst zu erzeugen und zu kontrollieren, ist Deutschland, gefesselt durch die Verträge zum Euro-System, dazu nicht in der Lage.

Im Gegenteil: Statt sich durch eine selbst entfachte Inflation aus der Überschuldung retten zu können, muss der deutsche Finanzminister jeden Anstieg der Inflation mit zusätzlichen Krediten und Zinslasten bezahlen, die er sich (teuer) am Markt besorgen muss. Die gleiche Handlungsschwäche hat zu den Problemen der Euro-Wackelkanditaten Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Irland geführt und hält diese weiter am Kochen.

Dies mag einer der Gründe für die Hinwendung zum Sparen sein, die sich die deutsche Politik auf die Fahnen geschrieben hat, ohne sich jedoch wirklich daran zu halten. Zur Entschuldung durch Inflation wäre Deutschland auf die Hilfe des Auslands angewiesen, kann dies jedoch niemals öffentlich zugeben sondern muss, zur Aufrechterhaltung des Vertrauens in das Euro-System, das wiederum unverzichtbare Voraussetzung für die deutschen Exportüberschüsses ist, publikumswirksam dagegen ansparen.

Für Deutschland ist eine Währungsreform so lange nicht sinnvoll, wie das Euro-System Bestand hat. Bricht die europäische Gemeinschaftswährung zusammen, muss Deutschland zur eigenen Währung zurückkehren. Dabei wird es höchstwahrscheinlich zu einer, zumindest für die Inländer, nahezu “verlustfreien” Umrechnung aus der alten in die neue Währung komme

8. Die Welt ist ein geldpolitisches Pulverfass – und seine Explosion wird auch die Insel der Seligen “Deutschland” erschüttern. Auf der einen Seite stehen Länder, die alljährlich aufs Neue gigantische Handelsbilanzdefizite einfahren und dazu gigantische Staatsschulden aufhäufen, auf der anderen Seite stehen Länder, die alljährlich aufs Neue gigantische Handelsbilanzüberschüsse erzielen und sich bemühen, ihre Staatschulden nur gebremst wachsen zu lassen. Kurz: Die Welt zeigt immer stärker eine Struktur, in der sich Großschuldner und Großgläubiger gegenüberstehen. Der größte Großschuldner, gleichzeitig die weitaus größte Militärmacht, lebt ständig weit über ihren Verhältnissen, während die Großgläubiger versuchen, ihre Bevölkerung mit allen Mitteln zu kontrollieren und wirtschaftlich möglichst knapp zu halten.

Dies entspricht so ungefähr dem Zustand der Welt, den wir aus der Blütezeit des Kolonialismus kennen. Allen voran war es damals das Britische Empire, das weite Teile der Welt aussaugte, ohne je eine adäquate Gegenleistung zu erbringen. Die Inflation, auf die wir uns einzurichten haben, ist von den USA längst ausgelöst, wird aber von China, Japan, den Ölstaaten am Persischen Golf und nicht zuletzt auch von Deutschland noch aufgehalten, weil der Dollar international als Zahlungsmittel akzeptiert wird, und nicht zuletzt, weil das meiste Öl immer noch in Dollar bezahlt werden muss.

Die Liquidität ist jedoch ausgeschüttet, seit dem Vietnamkrieg in immer schneller steigenden Volumina. Wenn die Inflation kommt, dann wird sie zwar zuerst die Dollarbestände verzischen lassen, doch fast alle übrigen Währungen der Welt werden diesem Reinigungsprozess entweder gerne folgen oder notgedrungen, aufgrund der vielfätigen Verflechtungen der Schuldverhältnisse, folgen müssen. Gold wird gefragt sein und im Preis immer weiter anziehen, solange die Inflation galoppiert. Wenn die Flutwelle von einer Weltwährungsreform gebrochen wird, ist Gold nicht mehr interessant.

9.Das “Wann” ist offen – aber nicht das “Ob”.
Ich bin der Auffassung, dass die Inflation längst da ist, dass es sich allerdings um eine Inflation handelt, die noch auf die Finanzmärkte (im weitesten Sinne, also incl. Goldmarkt) beschränkt ist. So sehr ich im allgemeinen den rein mechanistischen Formeln der Volkswirte misstraue, das Missverhältnis zwischen Liquidität (was haben die Zentralbanken und die Regierungen weltweit nicht alles in die Märkte gepumpt?) und dem dieser Liquidität gegenüberstehenden Angebot auf den Güter- und Warenmärkten ist nicht mehr zu übersehen.

Gut für den Kleinen Mann, dass nicht das Brot und die Butter so schnell teurer werden, wie Gold und Wertpapiere. Nun verschwindet Liquidität aber nicht vom Markt, dadurch, dass jemand Gold oder Aktien kauft. Sie verschwindet erst, wenn sie
* zur Tilgung von Bankkrediten eingesetzt, oder
* als langfristige Einlage bei einer Bank geparkt wird.

Netto-Tilgung findet jedoch immer noch nicht statt – weder was die Staatsfinanzen betrifft, noch was die Finanzierung der Wirtschaft oder gar die Verschuldung der privaten Haushalte betrifft. Im Gegenteil, die Geldmengen wachsen immer noch. Bleiben die Einlagen als letzte Hoffnung. Die wachsen zwar kräftig, was gut wäre, aber es stehen ihnen immer weniger wertbeständige Posten auf der Aktivseite der Bankbilanzen gegenüber. Die Banken müssen also über eine Politik der niedrigen Zinsen versuchen, viele neue (und kreditwürdige) Schuldner zu finden, um ihre Bilanzen ausgeglichen zu halten.

Die Schnittstelle zwischen den beiden Teilmärkten – hier Inflation bei den Anlagewerten, dort Deflation auf den Warenmärkten – ist jedoch nicht nur in eine Richtung durchlässig. Der Strom der in der Realwirtschaft erwirtschafteten Gewinne in die Finanzmärkte wird dünner – der Druck der angestauten Geldvermögen und deren inzestuelle Selbstvermehrung auf der anderen Seite nimmt zu. Es ist doch klar, dass man zwar mit immer neuen Gewinnen aus immer neuen Finanzprodukten immer neue Finanzprodukte kaufen kann, dass daraus aber kein Vermögenszuwachs resultiert, sondern dass nur das Wachstum einer Blase zu bestaunen ist.

Die angesammelten Einlagen müssen eines Tages in die Sphäre der realen Werte eindringen und dort aufkaufen, was zu haben ist. Dann haben wir auch dort die Inflation. Wann das sein wird? Keine Ahnung. Es kann morgen sein, es kann noch 5 Jahre dauern. Ausschlaggebend ist dafür keine der realwirtschaftlichen Kennzahlen, auch keine Entwicklung auf den Geld- und Devisenmärkten, auch nicht der jeweilige Goldpreis. Ausschlaggebend ist einzig der eine Großgläubiger, der als erster die Neven verliert. Bis dahin ist der Verkauf von Gold ein gutes Geschäft.

10.Butter ist weich – aber außerordentlich preisstabil.
Die kurze und verblüffende – an der Butter festgemachte – Begründung eines Paukenschlaglesers für den Erwerb von Gold ist so aufschlussreich, dass ich sie hier gerne widergebe. Er zitiert aus dem letzten Paukenschlag: Diese in den Konsum wandernde Liquidität, die auch durch eine wachsende Zahl von Notverkäufen von Gold in den Markt gebracht wird, drückt jetzt auf den Goldpreis. Er wird – zum Ende hin – womöglich immer noch weiter steigen, aber weit langsamer, als die übrigen Preise. und fragt dann: “Der Goldpreis wird langsamer steigen als die übrigen Preise” – gemessen in was? In Fiat-Money! Auf Deutsch: Der Goldpreis in € wird langsamer steigen als der Butterpreis in €. Welche “Währung” ziehe ich dann vor? € oder Gold?

Ich finde, das ist eine schöne Frage, aber sie führt in die Irre, weil sie zumindest die dritte, hier angesprochene Anlagemöglichkeit außer Acht lässt. Es ist doch klar, dass es am sinnvollsten wäre, in Butter zu investieren. 1 kg Butter bringt einen physiologischen Brennwert von ungefähr 9000 kcal mit sich. Dieser Brennwert bleibt unabhängig von Gold- und Euro-Kursschwankungen erhalten (vorausgesetzt, man hat geeignete Lagermöglichkeiten), und der durchschnittliche Preis für Butter ist weitaus stabiler als der Preis für Gold.

Der Goldpreis inflationiert zunächst kräftig- weil viel zu viel Geld nach Anlage sucht, er verfällt dann wieder kräftig, wenn zu viel Gold nach Sachwerten sucht. Der Butterpreis ist in dieser Hinsicht stabiler, weil Angebot und Nachfrage sich dauerhaft die Waage halten. Er nimmt folglich in der Inflation keinen abweichenden Verlauf, sondern folgt der allgemeinen Inflationsrate. Der Butterpreis wird auch nach der Währungsreform nur dem Abwertungsverhältnis folgend sinken – aber nicht stärker.

Ergo ist Gold, gemessen an Butter, viel zu teuer – und man sollte die Finger davon lassen. Gut, Butter ist nun nicht gerade das klassische Anlagegut, aber ein gutes Beispiel für alternative Anlagemöglichkeiten.

Gold ist derzeit jedoch ein klassisches Spekulationsgut, dessen Preis von Angst und Panik (völlig gleichgültig, ob berechtigt oder nicht) in die Höhe getrieben wird.

11. Die Einschränkung
Mein PaD 25 /2010 war eine Warnung an alle, die über deutlich weniger als eine Million Geldvermögen verfügen, jetzt noch in Gold zu investieren.

Wer über eine Million und mehr Geldvermögen verfügt, wird ausreichend “Luft” haben, um Gold, wenn es darauf ankommt, im Safe liegen zu lassen. Wer in der Inflation seine Goldbestände “versilbern” muss, ist gekniffen – und wer nach der Währungsreform aus dem Gold aussteigt, weil er wieder richtig investieren will, wird m.E. sehr viel schlechter dastehen, als der, der einfach die Abwertung von Vermögen, Preisen und Löhnen hinnimmt.
Wenn ich mir vorstelle, dass heute Menschen mit relativ kleinen Einkommen und geringen Ersparnissen in der Panik, der Inflation entgehen zu müssen, Gold kaufen, bei Preisen von über 1.200 US$ pro Unze, dann frage ich mich, ob dieses Geschäft mit dem Gold nicht allmählich als Anlagebetrug angesehen und dementsprechend als Fehlberatung geahndet werden müsste.

Reaktionen auf diesen Paukenschlag

Hallo Wolf.,
Folgt aus deinem Paukenschlag nicht, daß die Leute, die nach Anlagemöglichkeiten suchen, in Butterproduktion investieren sollten, wenn schon nicht in Butter direkt? Anteile an Landwirtschaftsbetrieben, Einzelhandelsunternehmen, Handwerkern – sinnvollerweise regional. Ich möchte auf ein mögliches Vorbild verweisen: Die RegioSTAR eG, die im Berchtesgadener Land genau in diese Richtung denkt. Ein Dorfladen und ein Permakulturgartenprojekt gehören bereits zur Genossenschaft, genau wie das Regiogeld Sterntaler samt unternehmensinternem Barter/Tauschring. Das Modell wäre multiplizierbar in andere Regionen und bietet zudem den Vorteil: Die meisten deiner Leser sind eben keine Millionäre und haben damit dasselbe Problem wie ich: Zu wenig Geld, um sich selbst in Immobilien einzukaufen aber zuviel Geld, um einfachzusehen zu wollen, wie es sich in nichts auflöst.Die Lösung: Mehrere Leute tun sich (beispielhaft genossenschaftlich organisiert) zusammenund investieren auf diesem Wege gemeinsam in wirtschaftliche Grundlagen, die auch weit jenseits jeder Inflation nützlich sind – für sie selbst und die Gesellschaft, in der sie sich bewegen.In der nächsten “Humane Wirtschaft” (www.humane-wirtschaft.de) als auchin der nächsten OYA (www.oya-online.de) wird jeweils ein Artikel überdie RegioSTAR drin sein. Einer davon ist hier lesbar: http://www.unterguggenberger.org/page.php?id=491 Gruß!Norbert

Hallo Herr Kreutzer,
Investieren in Butterkäufe bzw. in reale Werte (z.B. Schrauben und Nägel…), einsetzen von Regionalwährungen, ok, und warum nicht auch dafür werben, dass der Staat, d.h. Parlament und Regierung, Ihre Staatsbons oder ihre Bundesschatzbriefe direkt als legales Zahlungsmittel, so zu sagen als bundesweite Regionalwährung parallel zum Euro, einsetzen?

Das brächte ein zins- und tilgungsfreies Tauschmittel in den deutschen Binnenmarkt, würde den Zwang zur Verschuldung stoppen und die Wirtschaft, unabhängig vom Euro und vom Export, ankurbeln. Also klein gestückelte Bundesschatzbriefe als Teilentlohnung der Beamten – und die Möglichkeit für die Geschäfte damit ihre Steuern zu entrichten. Wäre doch so einfach, oder nicht?!
Mit freundlichen Grüssen,

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
also nun fühle ich mich doch bemüßigt, noch eine wenig von meinem eigenen Senf dazuzugeben. “Lass Dich nicht nicht von…(Eichelburg) verführen…”frei nach E. T. A. Hoffmann. Auch wenn er Ihnen “als Linkem” Komplimente macht. Er, Eichelburg, schreibt ja nicht für die Mehrheit unseres Volkes, was Sie dagegen sehr wohl im Auge haben. In Ihrer Argumentation habe ich keinen Irrtum oder Fehlschluß entdecken können. Rein intellektuell jedenfalls. Sicher spricht da jemand, dessen Biographie wohl nur allzu gradlinig verlaufen ist, was natürlich kein Vorhalt ist, er ist eher dazu zu beglückwünschen. Bei anderen, älteren Personen, dürfte die Betrachtensweise auch von deren Erlebnissen geprägt sein, zumal wenn sie (wie ich) dem akademischen (mitteldeutschen) Proletariat angehören.

Ich beispielweise, könnte mir vorstellen, daß es im Entwicklungsgang der BRD durchaus zu Ähnlichkeiten mit der DDR kommen könnte. Derart, daß man für “Westgeld” nahezu alles erhalten konnte. Sicher betraf das Güter und Dienstleistungen, die nicht lebensnotwendig, aber dennoch begehrt waren. Was sich hier völlig anders entwickeln könnte. Stellen Sie sich vor, das Enkelkind benötigt tatsächlich eine Zahnspange, die sich die Eltern nicht leisten können. Falls die Oma über einen Eagle verfügt und sie den spendiert, wird das Enkelkind bestimmt eine Zahnspange bekommen. Das (zu Recht) so kritisierte Gold kann hier durchaus einmal die Rolle des Westgeldes der alten DDR einnehmen, auch wenn Sie sachlich völlig recht haben. Wir wollen nicht hoffen, daß sie, die Oma, dafür sogar ein Brot eintauschen muß. Ganz nebenbei, diejenigen, die über die Nahrungsversorgung der Welt bestimmen, werden sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, das ist aber ein eigenes Thema.
Selbstherrliche Staaten mit nationaler Währung benötigen keine Golddeckung, was nicht heißt, daß wir das Reichbank-und Bundesbankgold abschreiben sollten, aber das war nicht Ihr Thema.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Hr. Kreutzer,
Ich gebe ihnen in ihrer Darstellung zu 100% Recht, allerdings ob sich die wirtschaftliche Lage nach der Währungsreform ebenfalls akzeptabel darstellt möchte ich bezweifeln. Ich befürchte für den Otto Normalverdiner wird es schwer sein sein hart erspartes in etwas zu investieren das er bis zur Zeit danach durchhalten und besitzen kann. Für einen Paukenschlag der sich mit Anlagemöglichkeiten jenseits von Butter befaßt wäre ich Ihnen dankbar.

Lieber Herr Kreutzer,
erst mal Danke für die Zusammenstellung in diesem Paukenschlag.
Auch wenn micro-ökonomisch Golderwerb für den einen oder anderen vielleicht sinnvoll sein möge, wäre die dies sicherlich als macro-ökonomische Empfehlung, reiner Unsinn. Wenn jeder Gold kaufenwürde um sich “abzusichern” wäre niemand sicherer als vorher.

Genau so wenig wie wir unser Leben “sparen“ können, so, dass wir “später dann auch noch was übrig haben”, genau so wenig können wir unseren allgemeinen Wohlstand statisch konservieren. Alles fließt, muss ständig aufgebaut und gewartet werde und wird trotzdem irgend wann einmal untergehen.

Sie sogenannte “Krise” , von der ja noch nicht einmal klar ist, ob sie schon da ist, oder erst noch kommen wird, ist kein Angriff Außerirdischer, keine Heuschreckenplage und auch sonst keine
Naturkatastrophe, sie ist lediglich eine Prüfung unserer Vernunft und die Problematik diese, unsere Vernunft von Mensch zu Mensch zu verknüpfen.

Alles ist vorhanden, Maschinen, Werkzeuge, Verkehrsinfrastruktur, Telekommunikation, Krankenhäuser Schulen usw.  Wieso sollten wir uns über äußere Voraussetzungen Sorgen machen und versuchen uns mit äußeren Dingen ab zu sichern, wenn es doch darum geht, sich eher Sorge um unsre inneren Voraussetzungen zu machen.

P.S. Das einzige, was bzgl. Goldkauf, macro-ökonomisch Sinn machen würde, ist, dass Gold vornehmlich importiert werden muss (da kaum inländische Ressourcen vorhanden). Denn dieser Import könnte dann ein wenig den verheerenden Exportüberschuss- Unsinn entkräften.
beste Grüße,….

Lieber Herr Kreutzer!
Ihren Gold-Pessimismus kann ich nur sehr eingeschränkt nachvollziehen: Ihr Paukenschlag vom 24.06. enthält wohl logische Brüche. Darauf haben andere schon hingewiesen.

Daß nach dem Ende der Hyperinflation und der Einkehr guten neuen Geldes der Goldpreis plötzlich dramatisch sinkt weil alle das neue Papiergeld haben wollen und keiner mehr Gold will hat nach meiner Kenntnis noch nie gestimmt. Andernfalls müsste die Geschichte des Geld- und Finanzwesens dafür Beispiele liefern können. Kann sie aber nicht. Literatur über die recht zahlreichen Inflationen der jüngeren und älteren Historie gibt es genug.

Plausibler ist doch, daß die Besitzer von Gold und Sachwerten die soeben ihr Geldvermögen verloren haben dem neuen Papiergeld zunächst einmal äusserst skeptisch gegenüberstehen und kaum den Drang verspüren, ihr Gold schnell wieder los zu werden. Es ist doch wahr, dass sich über die letzten paartausend Jahre Gold als recht kaufkraftstabiles Tausch- und Zahlungsmittel erwiesen hat: Für eine Unze gab es im alten Rom eine Toga, unterm Kaiser einen guten Anzug und heute auch. Für ca. ein Kilo davon bekam man im viktorianischen England eine Kutsche und heute einen VW-Golf. Und: lassen wir mal Dornröschen heute einschlafen und in hundert oder zweihundert Jahren wieder wachgeküsst werden: Wäre sie dann besser dran wenn sie 30000 Euro -meinetwegen Schweizer Franken -dabei hätte oder ein Kilo Gold? Und: Die Kaufkraft von angelegtem Geldvermögen muss nach dem Währungsschnitt logisch geringer sein als vorher. Sonst brauchte man doch gar nicht abzuwerten.

Hallo, Herr Kruetzer,
Millionäre sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren!
Haben Sie sich mal vorgestellt, für Ihr Alter selbst vorsorgen zu müssen?

Eine Million bringt Ihnen bei 2% Zinsen € 20000,-. Nun rechnen Sie aus, wie lange Sie vom Kapital zuschießen können, um so leben zu können wie es einem Pflichtversicherten möglich ist, der kein Millionär ist. Den e i n fachen Millionär mit dem Milliardär in einem Atemzug zu nennen ist in meiner Vorstellung schlicht oberflächlich und leichtfertig gegenüber den jungen Menschen, die sich selbständig machen wollen und dabei keine reale Vorstellung von der Höhe der Vorsorge haben.

Anmerkung von Egon W. Kreutzer:
Ein durchschnittlicher Pflichtversicherter, der nach rund 40 Berufsjahren in Rente geht, darf sich glücklich schätzen, wenn er monatlich mit 1.000 Euro nach Hause geht.

Dafür haben er (und sein Arbeitgeber) über 40 Jahre ungefähr 20 Prozent des Bruttogehalts an Beiträgen gezahlt. Da kommen – jeweils nominal und unverzinst – rund 200.000 € zusammen – hätte man die über die Jahre verznslich angelegt (was natürlich dem Geist der umlagefinanzierten Rente widerspräche), hätte sich da auch ein Kapitalstock von mindestens 700.000 € angesammelt.   Daraus die von Ihnen angesetzten 2%, und wir sind wieder ungefähr bei der Netto-Rente.

Der Unterschied liegt darin, dass der Geldanleger bei Verbrauch der Zinsen den Kapitalstock behält und vererbt, während der Pflichtversicherte nach dem Ableben keine – oder nur geringe Ansprüche an den Ehepartner – hinterlässt. Außerdem möchte ich den Geld-Millionär kennen, der sich  tatsächlich mit 2% zufrieden gibt.

Sehr geehrter Herr Kreutzer,(…)
Die Befürworter des Goldhortens übersehen:- Wer Gold kauft, lässt sich auf Spekulation, ein Spiel mit klaren Gewinnern und Verlierern, ein. Wieso? Um zu den Verlierern zu gehören? Um zu den Gewinnern, die sich zu Lasten der Verlierer bereichern, zu gehören?-

Die materielle Beständigkeit von Gold täuscht offenbar viele darüber hinweg, dass der Goldkurs seit jeher manipuliert wird, und zwar von denen, die am meisten davon haben.-Egal ob Aktien oder Gold, als Kleinanleger zieht man immer den Kürzeren.

- Da Goldreserven genau wie Geldreserven keinen Nutzwert haben, werden sie stets in spekulativer Absicht gehalten, das heißt, dass der Wert des Goldes auch wie der von Geld immer in nützlichen Sachwerten gemessen werden muss („Wo steht der Gold-Kartoffel-Kurs heute?“)Wie sich der Goldkurs gemessen in Geld (meinetwegen auch Fiat-money) entwickelt, ist ein müßiges Scheinargument.

- Wer Gold vor der Wirtschafts- und Währungskrise hatte und danach noch immer hat, hat vielleicht nichts verloren, aber definitiv nichts gewonnen! Was bringt ein Klumpen Metall, der unproduktiv herumliegt, ja der sogar noch gesichert und vielleicht bewacht werden muss, weil es (… Menschen) gibt, die diesem fast nutzlosen Metall einen hohen Wert beimessen und es unbedingt haben wollen?- Viel besser ist es, solange Geld noch einen Wert hat, es in Werkzeuge und andere PRODUKTIV nutzbare Sachwerte anzulegen. Wer pfleglich mit dem Spaten umgegangen ist, wird auch nach der Krise noch einen Spaten haben. Aber zwischendurch, während der Krise, hat er Kartoffeln anbauen, ernten und essen können (…).

- Gold – ein Langfristinvestment? Die einzigen langfristigen Investitionen, die etwas taugen, sind die, die den Fortbestand der Menschheit garantieren, allem voran die für die Grundsicherung (Wasser, Nahrung, Kleidung, Heizung, Obdach), dem schließen sich Investitionen in Produktionen an, aber eben auch der Einsatz für Schutzbedürftige (Nachwuchs, Alte, Kranke), den Erhalt, die Mehrung und Erweiterung von Wissen, den Einsatz für gesellschaftliche Einrichtungen wie Solidarität usw.- Für nichts haben wir die Schöpfung sinnloser zerstört als für die Gewinnung dieses Metalls. Heute wird tonnenweise taubes Gestein mit giftigen Chemikalien ausgelaugt, um am Ende ein einziges lumpiges Gramm von diesem Zeug geschürft zu haben. Erinnert sich niemand mehr daran, wie vor einigen Jahren starke Regenfälle Cyanidlauge aus einem rumänischen Goldbergwerk in Theiß und Donau spülten?Nehmen wir den wirtschaftlichen Nutzen als Vergleichsgröße, erscheint der durch den Abbau fossiler Brennstoffe verursachte Schaden schon fast entschuldbar…

- Der Goldwahn ist mit der optischen Faszination allein nicht zu erklären. Mir scheint es, dass einige (…) ihr religiöses Vakuum mit Aberglauben an den Wert des Goldes auffüllen. Was wäre das aber für eine erbärmliche Gesellschaft, die etwas Nutzloses als letzte Zuflucht der Wertbeständigkeit vergöttert, die glaubt, Gold sei in Krisenzeiten der letzte gemeinsame Nenner, auf den sich Menschen einigen können?Mit freundlichem Gruß

Guten Tag Herr Kreutzer,
ich mag Ihre “Querdenker-Briefe”, weil Sie oft viel Wahrheit beinhalten.In Bezug auf den Erwerb von Gold, sind Ihre Warnungen durchaus berechtigt und Ihre Sichtweise nachdenkenswert. Insbesondere Ihr Hinweis auf den spekulativen Charakter des Kaufes von Gold, erscheint mir sehr hilfreich.Ich sehe den Goldpreis als einen guten Indikator, wie es um unser Geldsystem steht. Wie und wann dieses Geldsystem endet, ist allerdings auch eine Spekulation, bei der keiner sagen kann, ob es nicht doch gut gewesen wäre, einen Teil seines Vermögens ( auch wenn es unter 1 Mio. war ) in Edelmetalle gehabt zu haben.Mit freundlichen Grüßen aus BocholtHallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau’n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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